Bw-K beim Empfang des Ministers
Am 27. März 2012 lud der Bundesminister der Verteidigung Dr. Thomas de Maizière die Mitglieder des Netzwerkes der Hilfe zu einem Empfang in den Bendlerblock in Berlin ein.
Das Netzwerk der Hilfe besteht aus Organisationen, Stiftungen, Verbänden und Vereinen, die unsere Soldatinnen und Soldaten, deren Angehörige wie Partner oder Kinder bei Schwierigkeiten unterstützen. Sie ergänzen die Fürsorge und Betreuung durch den Dienstherren durch ihr Engagement in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Viele dieser Organisationen sind bereits durch die Tage der offenen Tür der Bundesregierung der Jahre 2010 und 2011 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. So war auch die Bundeswehr-Kameradschaft 2011 im Zelt der Hilfsorganisationen am Stand der Jenny-Böken-Stiftung vertreten und wir konnten damals schon einen Großteil der anderen Organisationen kennenlernen.


Begrüßung durch Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière (Quelle: BMVg)

Während des Tages der offenen Tür im August 2011 kündigte der Bundesminister der Verteidigung bereits an, dass er den Dialog mit den Partner im Netzwerk der Hilfe sowie den Dialog der Partner untereinander fördern und fortführen wollte. Da an jenem Tag nicht ausreichend Zeit für ausführliche Gespräche blieb, folgte daher die Einladung zum Empfang am 27. März 2012.
Nicht nur die Vertreter der Stiftungen und Organisationen sondern auch Vertreter der Politik wie der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und der parlamentarische Staatssekretär Kossendey, sowie verschiedene Mitglieder des Bundestages und Generalinspekteur Volker Wieker folgten der Einladung des Verteidigungsministers. Für uns als Organisationen, Stiftungen oder Vereine ist diese Einladung eine große Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit, über die wir uns alle sehr freuen.

In seiner Begrüßungsrede dankte Dr. Thomas de Maizière uns als Organisationen für unser Engagement, unsere Zeit und Kraft, unseren Mut und unsere Ausdauer die wir Tag für Tag unter Beweis stellen, um uns für unsere Kameradinnen und Kameraden und ihre Familien einzusetzen. Die Bundeswehr ist heute eine Einsatzarmee, daraus folgt, dass in allen drei Einsatzphasen – Vorbereitung, Einsatz und Nachbereitung – die Soldaten unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit brauchen. Dabei müsste sich auch unter den Soldaten durchsetzen, dass es ein Zeichen der Stärke ist, über das Erlebte zu sprechen. Er mahnte ebenfalls an, dass es nicht hinnehmbar sei, dass Soldatinnen und Soldaten monatelang auf einen Bescheid warten müssten, wenn sie verletzt aus dem Einsatz zurückkehrten.
Dr. Thomas de Maizière stellte sich selbst und den Partnern des Netzwerkes der Hilfe auch einige kritische Fragen: Stimmen wir uns in unserer Arbeit ausreichend mit den anderen ab? Benötigen wir eine Dachorganisation? Wie können wir sicherstellen, dass keiner durch die Maschen des Netzes fällt? Und wie gehen wir als Angehörige eines gefallenen Soldaten mit der Frage unserer Mitmenschen um „Warum ist ihr Sohn überhaupt nach Afghanistan gegangen?“
Auch der ehemalige Wehrbeauftragte Robbe und der jetzige Wehrbeauftragte Königshaus stimmten dem Verteidigungsminister zu, dass wir insgesamt eine stärkere Abstimmung der unterschiedlichen Stiftungszwecke brauchen, doch dies könne nur eine Ergänzung zu den Angeboten des Dienstherren.
Während der offiziellen Gesprächsrunde und auch im späteren direkten Austausch wurde eines immer wieder deutlich: es gibt eine große Anzahl unterschiedlichster Initiativen, doch die Gesellschaft bekommt dies zuwenig mit. Wir müssen es gemeinsam erreichen, die breite Öffentlichkeit für die Belange der Soldaten zu sensibilisieren und dafür zu interessieren, da es sich nicht nur um interne Angelegenheiten der Politik oder der Bundeswehr handelt. Ganz im Gegenteil!

Noch in der ersten Jahreshälfte soll nun ein Workshop folgen, in dem diese vielen Ideen und Ansätze ausführlich diskutiert und hoffentlich anschließend auch umgesetzt werden können. Wir alle freuen uns schon darauf!