Von der Leyen zeigt Übereinstimmung mit Zielen von Bw-K

An historischem Ort, dort wo ab Dezember 1989 bis zum März 1990 der „Zentrale Runde Tisch“ um freie und demokratische Wahlen in der damaligen DDR gerungen wurde, trafen sich jetzt die Mitglieder des „Netzwerk der Hilfe“ zu ihrer dritten Vollversammlung. Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin-Mitte war Tagungsort, nachdem die vorherigen Plenarsitzungen 2012 und 2013 in Oberwiesenthal stattgefunden hatten.


Höhepunkt neben dem Austausch über die aktuellen Sachstände und der Fortsetzung der Diskussion in den verschiedenen Arbeitsgruppen war ein abendlicher Besuch der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen. In einem kurzen Referat erläuterte sie die Absichten ihrer „Attraktivitätsoffensive“ der Bundeswehr, um dabei die Soldatinnen und Soldaten als Menschen stärker ins Blickfeld zu nehmen. Es seien eben nicht nur Milliarden für möglichst gute Ausrüstung notwendig, sondern auch Mittel, um die Wertschätzung für die Menschen deutlich zu machen, die diese Ausrüstung nutzen. In der öffentlichen Diskussion seien dabei einige Teilaspekte sehr pointiert herausgegriffen worden. Die Ministerin dankte den Initiativen im „Netzwerk der Hilfe“ für ihr vielfältiges Engagement, das im Umfeld der Bundeswehr für manche Entlastung sorge.




Dr. Ursula von der Leyen

In einer offenen Fragerunde stellte sich die Verteidigungsministerin danach den Tagungsteilnehmern. Das Spektrum der angesprochenen Themen reichte von der Einrichtung eines Informationszentrums zu den Auslandseinsätzen sowie den Anschlägen und Unfällen der Gefallenen und im Dienst verunglückten Soldatinnen und Soldaten am Ehrenmal der Bundeswehr über die Rolle der Reserve bis hin zur familiennahen Ansiedlung von Truppenübungsplätzen, um häufige und lange Trennungen neben den Einsatzbelastungen abzumildern.

Ralf Daum, Geschäftsführer der Bundeswehr-Kameradschaft (www.Bw-K.de), thematisierte die besondere Bedeutung von Solidarität mit Einsatzsoldaten, um ihnen Respekt, Wertschätzung und Anerkennung in der Öffentlichkeit zu zeigen und so ein verbessertes Bewusstsein in der Gesellschaft für die Belastungen des Dienstes zu erzeugen. In ihrer ausführlichen Antwort verdeutlichte Frau von der Leyen ihre volle Übereinstimmung mit den genannten Zielen.

Als Beispiel solch zivilgesellschaftlichen Engagements verwies Ralf Daum auf die erfolgreiche Veranstaltung „Soldatentag im Movie Park“.   


Mit informellen Gesprächen bei einem gemeinsamen Abendessen beendete die Bundesministerin der Verteidigung ihren etwa zweieinhalbstündigen Besuch beim „Netzwerk der Hilfe“.




Netzwerk der Hilfe

Nachdem am ersten Veranstaltungstag (10.06.2014) die bisher erreichten Ergebnisse in den Arbeitsgruppen zu „Unterstützung von Hinterbliebenen“, „Betreuungsangebote für Familienangehörige“ und „Unterstützung von Einsatzgeschädigten“ vorgestellt und die Ziele einer neu eingerichteten Arbeitsgruppe „Möglichkeiten zur Erhöhung gesellschaftlicher Wertschätzung“ skizziert wurden, ging es am Mittwoch (11.06.2014) in die Arbeitsgruppenphase.

Bw-K war mit Ralf Daum(Gesellschaftliche Wertschätzung), Christine Becker (Familienbetreuung) und
Dr. Matthias Witt-Brummermann (für die Jenny-Böken-Stiftung in der AG Einsatzgeschädigte) vertreten. Neben der konkreten Arbeit in den Gruppen stand die Besetzung einer „Steuergruppe“ zur Vorbereitung und Koordinierung der Arbeit in den verschiedenen Gruppen im Mittelpunkt. Einstimmig wurde Ralf Daum (Arbeitsgruppe 4) in dieses Gremium entsandt, in dem jeweils ein Arbeitsgruppenmitglied und von ministerieller Seite die Arbeitsgruppenleiter Sitz und Stimme haben.


Zum Abschluss der Tagung präsentierten die Arbeitsgruppen durch die Gruppenleiter Birigitt Heidinger, Oberstleutnant Frank Schulz, Brigadegeneral  Klaus von Heimendahl und Dr.Pohlmann ihre Arbeitsergebnisse des Tages mit einem Ausblick auf das weitere Vorgehen.
Als eine Zielvorstellung wurde das Modell eines „Haus der Betreuung“, in dem aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten, Familienangehörige, Einsatzgeschädigte und Hinterbliebene rasch kompetente Ansprechpartner finden, vorgestellt. Darin finde neben Dienststellen aus dem Bereich des Bundesministeriums auch das „Netzwerk der Hilfe“ seinen Platz.


(Text: Dr. Matthias Witt-Brummermann)



Geschrieben von: Andreas S.